Tag eins nach dem Weltuntergang

Egal ob man sich dafür interessiert hat oder nicht: In der westlichen Hemisphäre ist niemand an den US-amerikanischen Wahlen vorbeigekommen. Ein Skandal jagte den anderen. Die beiden Bewerber ums Weisse Haus schenkten sich nichts. Nun hat das Präsidenten-Casting ein Ende gefunden und das ist gut so. Die Zerrissenheit der US-amerikanischen Bevölkerung breitete sich zunehmend aus. Auch bis in die Schweiz. Vom Spektakel gleichermassen angeekelt und fasziniert schmökerte auch ich in der Nacht streckenweise auf Twitter und konnte wie immer das ganze Spektrum menschlicher Emotionen in Satz-Häppchen aufnehmen.

Trump schielt beim Wählen auf den Wahlzettel seiner Frau Melania.

Hey Schatz, wo genau muss ich ankreuzen?

Masochistische Verzweiflung bis Galgenhumor
Twitter ist diesbezüglich ein wunderbares Medium für Erwachsene. Erwachsene deswegen, weil es schon ein wenig Reife braucht, um mit dem umzugehen, was einem da um die Ohren fliegt. Von Neo-Apologeten Jeff Jarvis, die heute die Welt brennen sehen und ihr eigenes Geschlecht verdammen, weil es den sexistischen Trump gewählt hat. Über Uber, die damit werben, ihren Kunden zu helfen, einfacher das richtige Wahllokal zu finden. Bis hin zu Leuten, die wirklich glauben, dass nun der Messias zurückgekommen ist. Am liebsten ist mir, wenn man solche Situationen mit Humor nimmt wie Victor Giacobbo: „Zwar nicht die erste Frau im Weissen Haus, aber immerhin der erste Troll.“

Welchen Teil der Verantwortung trägt Social Media?
Da der Wahlkampf nun zu Ende ist, beginnt die Zeit des Zurückblickens und der Analyse. In diesem unglücklichen Ende stecken viele Lektionen drin. Eine Lektion ist schon jetzt mal klar: Wer mit Social Media einen weltweiten Marktplatz anbietet und jedem ein Megaphon in die Hand drückt, muss eine Strategie für den Fall auf Lager haben, wenn das Ganze ausufert. Zu behaupten, dass man nur den Marktplatz anbietet und für das, was dort passiert nicht verantwortlich ist, geht in dieser Grössenordnung nicht mehr.

Das Silicon Valley und seine Fanboys haben sich bisher gern mit Revolutionen in anderen Ländern geschmückt und so getan, als hätten sie massgeblich zum Weltfrieden beigetragen. Jetzt ist die Revolution in die USA zurückgekehrt. Was jetzt, Mark Zuckerberg und wie ihr alle heisst?

Pseudo-Verschlüsselung: Die Hintertür zu deiner digitalen Privatsphäre

David Cameron hat es im Januar dieses Jahres als erster Politiker für europäische Ohren öffentlich thematisiert: Es darf keine toten Winkel im Kampf gegen den Terrorismus geben. Konkret darf in Grossbritannien die digitale Kommunikation nicht mehr so gut verschlüsselt werden, dass die Behörden nicht einsehen können. Er fragte damals rhetorisch in einer Rede: „[I]n our country, do we want to allow a means of communication between people which we cannot read?“ Ob er sich bewusst war, wie totalitär seine Forderung ist, kann ich nicht beurteilen. Er forderte damit schliesslich nur das Ende der sicheren Verschlüsselung und damit das Ende des letzten bisschen Privatsphäre, dass uns im Internet geblieben ist. Alles andere ist schon verloren.

Ein rostendes Schlüsselloch in einer Holztür.

Jede Hintertür hat auch einen Schlüssel um sie zu öffnen. Gibt es diesen, dann wird er zum ultimativen Ziel.

Dreiste und gefährliche Forderung
Cameron erntete für seine Aussagen in Expertenkreisen viel Kopfschütteln. Und dies aus zwei Gründen: Erstens verwenden Bösewichte keine Tools, die kompromittiert sind und zweitens würde es bedeuten, dass jegliche Verschlüsselungssoftware für Normalbürger unsicher wird.

Das wissen auch die Sicherheitsbehörden. Sie stellen sich einfach auf den Standpunkt, dass die Sicherheitsbranche schon ein Verfahren erfinden wird, mit dem die Schlüssel zu diesen Hintertüren sicher verwahrt werden können, ohne sie in einem Hochsicherheitstrakt verstecken zu müssen.  Da es diese Zauberlösung nicht gibt, haben 140 Tech-Unternehmen, Spezialisten und zivilgesellschaftliche Organisation einen offenen Brief an Präsident Obama geschrieben. Sie fordern von ihm, auf Hintertüren zu verzichten.

UNO meldet sich zu Wort
Obwohl selbst den Sicherheitsbehörden keine Lösung für das Schlüsselproblem bekannt ist, hat die Diskussion trotzdem Fahrt aufgenommen. In den USA sind sich die Sicherheitsbehörden einig: Wir brauchen das einfach. Die Sicherheit aller US-Amerikaner wäre sonst gefährdet! (Und mit Sicherheit kann man schliesslich alles begründen…).

Die ganze absurde Diskussion hat nun sogar die Uno auf den Plan gerufen. Sie hat vor wenigen Tagen in einem 18 Seiten starken Spezialbericht erklärt, dass Verschlüsselung und Anonymität Eckpfeiler des Rechts auf freie Meinungsäusserung im digitalen Zeitalter sind.

Es geht wahrscheinlich wieder einmal um Geld und Macht
Sind die Sicherheitsbehörden frech oder einfach nur dummdreist? Ich denke weder noch. In Wahrheit geht es ihnen wahrscheinlich eher darum, die Überwachung der Menschheit in den eigenen Händen zu behalten, denn in den USA wird zur Zeit im Parlament der Freedom Act verhandelt. Pikanterweise läuft der darauf hinaus, die Kompetenzen der Sicherheitsbehörden einzuschränken und die Erhebung der Daten teilweise in die Hände der Privatfirmen zu legen. Mit anderen Worten: Die Milliarden-Budgets der Behörden und Zehntausende von Arbeitsplätzen sind in Gefahr.

Tipp: Es lohnt sich, diese Anhörung des „Committee on Oversight & Government Reform anzusehen. Das ist schon nur deshalb faszinierend, weil man miterleben kann, wie die Sicherheitsbehörden versuchen sichere Verschlüsselung, etwa durch Apple, zur Kolaboration mit Gesetzesbrechern hochzustilisieren. Erschreckend ist auch die argumentative Hilflosigkeit der FBI-Vertreterin. Ausserdem erklärt ein Experte, warum Hintertüren gefährlich sind.

Das vergiftete Informationshäppchen für Zwischendurch

Vier gefaltete Zeitungen liegen übereinander. Auf einer steht Dont't Miss! in roten Buchstaben.

„News are bad for you – and giving up reading it will make you happier“ – die Argumentation von Rolf Dobelli ist es wert, darüber nachzudenken.

War es Absicht? Stand er unter Einfluss von Medikamenten? War er depressiv? Was wussten seine Vorgesetzten? Und löst die neue Vorschrift, Piloten im Cockpit nicht mehr alleine zu lassen, das Problem? Mit vielen Fragen konfrontiert, die wir nicht beantworten können, vielleicht nie beantworten werden können,  wurde uns die Tragödie um den abgestürzten Germanwings-Flug aufgetischt. Verpackt in vielen kleinen Häppchen, von Bildstrecken bis zu Live-Tickern, die alle auch noch mit denselben Bildern dekoriert waren, verkauften uns vor allem die Online-Medien die immer gleichen inhaltsleeren „News“.

Vermittlung von Information ist nicht nur Dienstleistung
Und was bleibt nach der medialen Hysterie? Wenig. Zwar können wir immer noch nicht genau sagen was passiert ist, doch mit dem hilflosen Platttreten der Psyche des Co-Piloten ist der Zweifel gesät: Auch Flugzeugpiloten ist nicht mehr zu trauen. Ob dieser Zweifel berechtigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber das ist den Medien egal. Bei der Jagd nach der Sensation berufen sie sich immer gerne auf den Wettbewerb. Da ist dann nur noch wenig Platz für die Verantwortung, die sie als Informationsvermittler gleichzeitig tragen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Wie wirken die Informationshäppchen auf uns?
Was wir hier beobachten konnten, ist nur ein aktuelles und offensichtliches Beispiel für ein wiederkehrendes Muster. Die Frage, die ich mir dabei stelle: Welche Wirkung hat unser Konsum von Informationshäppchen auf uns? Rolf Dobelli, Schriftsteller und Unternehmer, hat da eine unmissverständliche Meinung dazu: „News are bad for you – and giving up reading it will make you happier“.

Abschied vom Informationshäppchen
Was er vor zwei Jahren in seinem Guardian-Artikel geschrieben hat klingt im ersten Moment provokant. Trotzdem sind seine Argumente nicht einfach so von der Hand zu weisen und sie sind es wert, darüber nachzudenken. Er stellt neun Behauptungen auf, die ihn am Schluss dazu führen, dass es gesünder ist, sich vom Konsum von Informationshäppchen zu verabschieden:

  1. News (bzw. deren Konsum) sind für die Beurteilung von wichtigen Belangen irrelevant.
  2. News haben bieten keine oder kaum Erklärung.
  3. News sind Gift, weil sie ständig Körperreaktionen auslösen, die das Immunsystem des Menschen stören.
  4. News fördern kognitive Fehlschlüsse.
  5. News behindern das Denken.
  6. News wirken wie Drogen und schaden dem konzentrierten Denken.
  7. News sind Zeitverschwendung und lenken ab.
  8. News machen uns passiv.
  9. News zerstören die Kreativität.

Totalitäre Gefahren? WTF?
Um seine Argumentation besser zu verstehen, empfehle ich den ganzen Artikel zu lesen. Keine Sorge, er ist nicht so lang. Aber immer noch länger, als der Kommentar der Guardian-Redaktorin: „Rolf Dobelli’s ideas about not needing news are dangerous.“ Sie faselt in der langen Fassung ihres Kommentars von irgendwelchen totalitären Gefahren. Ja, da stimme ich ihr zu, seine Gedanken sind gefährlich. Sie sind aber nicht gefährlich für unsere Gesellschaft, sondern für bestimmte Geschäftsmodelle der Medienhäuser.

Das Ende des Internet-Märchens aus dem Silicon Valley

Defektes Rücklicht eines alten Autos

In den Märchen aus Silicon Valley zeigen sich schon mehr als ein paar Risse.

Es ist jetzt ein Jahr her, dass der (ehemalige) Internet-Enthusiast Sascha Lobo mit seinem Satz „Das Internet ist kaputt!“ aufhorchen liess. Schon damals hätte ich ihm am liebsten zugerufen: „Sascha, mein lieber, Du hast es wohl noch nicht ganz begriffen. Das Internet ist nicht kaputt. Es ist zum Business geworden. Und die durchgeknallten Überwachungsinstrumente der Regierungen dieser Welt sind nicht einmal das grösste Problem.“ Aber man soll ja frisch Aufgewachte nicht gleich überfordern.

Digitale Heilsversprechen kleben wie Hundekacke am Schuh
Leider hat die Offenbarung seines massiven Sinneswandels viel weniger Resonanz hervorgerufen, als ich mir das gewünscht hatte. Wohl zu stark steckt das Mantra vom Silicon Valley in Köpfen der Menschen fest, als das man sich so einfach und schmerzlos davon verabschieden wollte. Falls Sie zu denjenigen gehören, die tief im Bauch spüren (es aber nicht richtig formulieren können), dass die digitale Revolution nicht nur Kaffee und Kuchen mit sich bringt, hier ein Buchhinweis:

Andrew Keen: Das digitale Debakel. Warum das Internet gescheitert ist – und wie wir es retten können. DVA, 2014. 320 Seiten.

Statt einer Beschreibung meinerseits, ich habe das Buch selbst auch noch nicht lesen können, hier die ersten zwei Absätze des Vorwortes:

Das Internet ist die Antwort. Es demokratisiert die Guten, schadet den Bösen und schafft eine offenere und gerechtere Welt. Je mehr Menschen Zugang zum Internet erhalten, umso wertvoller ist es für seine Nutzer und die gesamte Gesellschaft. Das versprechen uns zumindest die Internetpropheten, darunter Milliardäre aus Silicon Valley, die Marketingabteilungen der sozialen Medien und Netzwerkidealisten. Sie feiern das Internet als magische Aufwärtsspirale, endlosen Selbstverstärker und wirtschaftlichen als auch kulturellen Gewinn für Milliarden von Nutzern.
Doch heute, da das Internet fast alles und jeden auf unserem Planeten vernetzt hat, wird immer offensichtlicher, dass es seine Versprechen nicht hält. Die Internetpropheten verheissen uns vielmehr etwas, das in Silicon Valley als „Reality Distortion Field“ bezeichnet wird – eine Vision die die Wirklichkeit verzerrt. Das Internet ist kein Gewinn für alle, sondern eher ein Teufelskreis, in dem die Nutzer nicht Nutzniesser, sondern Opfer sind. Das Internet ist keineswegs die Antwort, sondern die zentrale Frage in unserer vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts.

Ich freue mich schon auf diese Lektüre. Hast Du das Buch gelesen? Was ist Deine Meinung?

Zusatzinformationen zum Aufwärmen:
Andrew Keen im Interview mit dem Debattenmagazin The European: „Der freie Markt funktioniert nicht
Andrew Keen im Interview auf twit.tv (Video/Englisch)

Weder klein noch sympathisch

218px-KolkataRickshaw

Taxi? Very cheap! („KolkataRickshaw“ von Arne Hückelheim, über Wikimedia Commons)

Deutschland hat es gerade wieder schwer. Östlich von Hameln sammelt die gut getarnte Filiale einer bekannten Schweizer Spiesserpartei Wähler engros und besetzt mit den falschen Absichten die richtigen Themen. Westlich von Hameln betätigen sich kostümierte Ratten als Menschenfänger, und bundesweit muss man nun feststellen, dass Geiz nicht immer geil und Start-ups nicht immer lustig sind. Das ist eine harte Lektion für ein Volk, das hippe Jungunternehmen stets mit Internet und Internet immer mit gratis oder mindestens billig gleichsetzt.

Angestossen hat den Lernprozess Uber, diese Pseudotaxizentrale aus dem sonnigen Kalifornien. Sie gehört zu den Klitschen, die fröhlich „Nutzen ist besser als besitzen!“ singen und sich damit eine rasch wachsende Gemeinde auf den einschlägigen sozialen Rummelplätzen geschaffen haben. Sie hat sich der Share-Ökonomie verschrieben, was nach öko klingt und gerade ungemein zieht. Ihr Produkt ist eine App, über die sich Privatwagen bestellen lassen, die einen um rund ein Drittel billiger von hier nach dort karren als ein Taxi.

Sowas gefällt natürlich Schnäppchenjägern genauso wie Schwarzarbeitern und Steueroptimierern. Nur die Taxifahrer fingen an zu nörgeln. „Warum brauchen die keine Genehmigung und wir schon? Wieso dürfen die ohne Taxiprüfung? Wie sieht es mit Gesundheitschecks aus, mit Fahrzeugkontrollen? Versicherungen?“ Da haben sie allerdings recht, all das soll ja dem Wohl des Passagiers dienen, ist aber nicht gratis zu haben. So sah es dann auch das Landgericht Frankfurt. Es verbot Uber bis auf Weiteres die Vermittlung von Fahrten, und zwar bundesweit. Die Taxeler nahmen das Urteil dankend entgegen. Uber hingegen liess umgehend ausrichten, man scheisse auf den deutschen Rechtsstaat und werde „seine Tätigkeit in ganz Deutschland fortführen. Der Fortschritt lässt sich nicht ausbremsen.“

Und warum meint sich ein Start-up so etwas leisten zu können? Weil es eben weder klein noch sympathisch ist und dazu noch ein paar finstere Mächte samt zugehörigen Milliarden im Rücken hat. Dabei sind etwa Goldmann Sachs, Jeff Bezos (Amazon) und – Sie erraten es nicht! – mein immerwährender Liebling Google natürlich. Den Freunden von Verschwörungstheorien sei hier auch noch verraten, dass Uber ein Liebling der amerikanischen Tea Party ist. Grover Norquist, eines ihrer übelsten Mitglieder, soll letzthin gesagt haben: „Heute gibt es zwei politische Bewegungen in Amerika. Die eine steht auf der Seite von Uber, die andere auf der Seite der Steuerbehörden. Entscheide dich.“

Also, Deutschland, so schwer kann diese Entscheidung ja nicht sein, nicht wahr?

Was die Nutzer wollen

Banka_mydlana

Filterblasen fürs Volk! Quelle: Wiki Commons

Altpapier entsorgen ist ja keine sonderlich aufregende Sache. Bisweilen jedoch stösst man dabei auf ungeahnte Trouvaillen. So neulich bei mir zu Hause, als mir beim Bündelschnüren folgende Schlagzeile ins Auge stach: „Die europäischen Populisten haben einen neuen Feind: Google“, hiess es da. Es war der Titel zu einem Kommentar in der NZZ am Sonntag. Der Autor hiess Chanchal Biswas und er ist der stellvertretende Chefredaktor dort. Der Beitrag war schon eine Woche alt – ich muss ihn übersehen haben, wahrscheinlich, weil ich Kommentare eigentlich nie lese. Die halte ich in der Regel für etwa so überflüssig wie die Schlagzeugsoli an Jazzkonzerten.

Herr Biswas also fand, er müsse sich dringend über die Google-Kritik in Europa lustig machen. Er schnödet ein wenig über die hängige Klage der Konkurrenz, die sich durch die Geschäftspraktiken von Google benachteiligt fühlt. Er rümpft das Näschen über die linken Wirtschaftsminister Deutschlands und Frankreichs, die den EU-Wettbewerbskommissar auffordern, gegen Google vorzugehen. Er findet es lächerlich, wenn der deutsche Minister öffentlich vor totalitären Tendenzen im Internet warnt und die Zerschlagung des Suchmaschinenbetreibers anregt. Herr Biswas hält das alles für „Google-Bashing“ im Zeichen des Europawahlkampfs.

„Google ist eine Macht. Aber muss der Konzern deswegen auch reguliert werden?“ fragt er – und das, nachdem er ein paar Zeilen zuvor festgestellt hat, dass 90 Prozent der Internetsuche in Europa über Server eben dieser Firma laufen. So ein bisschen Oligopol hat ja noch keiner realen Marktwirtschaft geschadet, gell. Google zu zerschlagen hingegen hiesse, die Internetsuche zu regulieren und das wäre dann nichts weniger als Häresie! Völlig undenkbar, denn: „Würden alle Vorschläge der Google-Kritiker umgesetzt, hätte man am Schluss eine staatlich festgelegte Trefferliste. Das ist nicht das, was die Nutzer wollen“.

Hier erklärt uns also ein offensichtlich geschichtsresistenter Ökonom, was die Nutzer so wollen. Hier plädiert einer im Jahr sieben der Bankenkrise dafür, das Volk voll liberal und in hübschen, bunten Filterblasen verblöden zu lassen. Wie antidemokratisch ist das denn? Ich als Nutzer zöge eine staatlich regulierte Trefferliste dem jetzigen Gemauschel jedenfalls eindeutig vor. Das gäbe mir wenigsten die Illusion von ein wenig Transparenz und demokratischer Legitimation.