Mit Karton in die virtuelle Unterhaltung

Jetzt ist es schon bald drei Jahre her, dass Jungs von Google an der jährlichen Entwicklerkonferenz I/O ihr Google Cardboard vorgestellt haben. Zu Recht erregten sie damit einiges Aufsehen. Ziel von Google Cardboard war es, für wenig Geld den Menschen (und Entwicklern) einen Einblick in die virtuelle 3D-Welt zu ermöglichen. Und das mit Erfolg.

Mit dieses Video zeigt die Gipfelbesteigung des Eiger. Mit einem Klick auf das Cardboard-Symbol unten rechts teilt sich der Bildschirm in zwei Teile.

Restliche Welt ausblenden
Google Cardboard ist ein Karton-Gestell, in das man sein Smartphone einspannen und mit einem Gummiband am Kopf befestigen kann. Die zwei darin enthaltenen Linsen ermöglichen dem Benutzer stereoskopisches Sehen und blenden mit den seitlichen Wänden die restliche Umwelt aus. Es ist das, was man als Virtual-Reality-Brille bezeichnet. Recht rudimentär und nicht besonders bequem, aber dafür auch für nur schlappe 20 Franken erhältlich.

Inhalte vervielfacht
Obwohl Cardboard nicht neu ist, lohnt sich ein Kauf jetzt immer noch. Denn inzwischen haben sich die konsumierbaren Inhalte vervielfacht. Man findet auf Youtube eine Menge davon. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass die für die Aufnahme nötigen speziellen Kameras deutlich günstiger geworden sind. Ausserdem haben sich endgültig die Smartphones mit der nötigen Bildschirmgrösse etabliert. Nicht zuletzt ist Cardboard jetzt sehr einfach zu kaufen.

Gipfelbesteigung im Wohnzimmer
Für den Einstieg lohnt es sich, die Google Cardboard App zu installieren. Damit bekommt man ein paar einfache Anwendungen vorgeführt wie beispielsweise Flüge durch virtuelle Welten oder Google Earth. Daneben kann ich nur empfehlen, in Youtube nach „Cardboard video 360“ zu suchen. Da sind ein paar interessante Filme zu finden. Unter anderem auch eine spektakuläre Gipfelbesteigung des Eigers, bei der man sich in alle Richtungen umsehen kann.

Erstaunlicher Erstkontakt
Es ist ziemlich erstaunlich, wie weit man mit einem Stück Karton und zwei Linsen in die virtuelle Realität eintauchen kann. Wenn man ein Smartphone mit der Bildschirmgrösse von fünf bis sechs Zoll hat und sich noch wenig mit den Möglichkeiten der virtuellen Realität beschäftigt hat, lohnt sich der Kauf auf jeden Fall.

digichonder – die digitale Arche

Zum Geleit

„Ein Blog – ach wie altmodisch!“, werden Sie nun denken. Finden wir auch, und genau deshalb machen wir den. Ursprünglich wollten wir einfach einmal ausprobieren, wie es ist, etwas ganz und gar Unmodisches zu tun, wie es sich anfühlt, gegen die mächtigen Strömungen des digitalen Kosmos anzuschwimmen. Wieso die Mühe? Mit dem Strom schwimmen ist kein schwimmen, das nennt sich treiben lassen.

Klar, nebenbei wollen wir auch die Welt damit retten, oder mindestens den Teil, der uns rettenswert erscheint. Der Blog als Arche für gefährdete zivilisatorische Kulturtechniken wie Beobachten, Nachdenken, Beschreiben, Formulieren – so oder ähnlich stellen wir uns das eigentlich vor.

Selbstverständlich liegt allem auch ein ausgefuxtes Business Model zu Grunde. Deshalb ein Rat an die Risikokapitalisten unter uns: Geben Sie uns ein paar Monate Zeit, und schauen Sie wieder vorbei, falls Sie dann noch immer nicht wissen, wohin Sie mit Ihrem vagabundierenden Kapital sollen.

Und nicht zuletzt: Ein herzliches Willkommen an all die Schlapphüte dieser Welt! A warm welcome to all the spooks in the world! Un accueil chaleureux à tous les sous-marins dans le monde! Теплый прием для всех призраков в мире! 热烈欢迎世界上所有的间谍!

Wir wünschen gute Unterhaltung.

P. S. Es kann sein, dass wir ab und zu etwas Ironie zwischen die Zeilen streuen. Die müssen Sie aber schon selbst finden – kleine Buchstabengesichter zeichnen wir hier nicht.

 

Impressum
Herausgeber: Filip Zirin, René Mosbacher
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