Auf die Hilfe von Fremden angewiesen – ein Abschiedsbrief

Heute veröffentlichen wir ein Rätsel. Als Preis lockt ein Feierabend-Bier mit der Redaktion. Die Frage ist: Von wem ist hier die Rede und was ist der Auslöser für diesen Text?

Lieber Mike
Jetzt ist es vorbei. Wie zu lesen war, kam die Polizei zu Besuch und Du musstest Deine Geschäftstätigkeit einstellen. Wie tragisch, dass eine so erfolgreiche Karriere ein jähes Ende nehmen musste.  Eine Weltberühmtheit bist Du über die Jahre geworden. Wer kannte Dich nicht, den notorisch in Finanznöten steckenden Thronfolger. Haben wir doch alle schon mal von Dir oder Deinen Weggefährten Post bekommen.

Durchsichtige Plastikbox mit der Aufschrift Donations und Dollarscheinen darin.

Mike war immer auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Und er scheute sich nicht, darum zu bitten.

Mit Deinen nur 40 Jahren warst Du ein richtiger Unternehmer. Immerhin hast Du rund 40 Angestellte beschäftigt. Ihr teiltet euch einen Traum. Den Traum von einem anständigen Auskommen ohne zu arbeiten. Das war keine einfache Aufgabe. Stets wart ihr auf die Gutmütigkeit von Fremden angewiesen. Und nun, wie schrecklich – 40 Familien müssen ohne Einkommen leben…  Fast muss ich mir eine Träne aus dem linken Auge wischen. Da Du und deine Gesellen immer noch auf der Suche nach finanzieller Unterstützung wart, nehme ich an, dass ihr die mehreren Dutzend Millionen Dollar schon ausgegeben habt. Dann stimmt also das Vorurteil der hungrigen afrikanischen Grossfamilien?

Eigentlich überrascht mich Dein Ende nicht. Eine derart erfolgreiche Karriere ruft natürlich auch Neider und kleinkarierte Menschen wie Anwälte oder Behörden auf den Plan. Aber was kannst Du denn dafür, wenn Du einfach besser bist als alle anderen Bettler, die sich im World Wide Web tummeln. Alle wollen sie Geld von uns. Deine vielfältigen Geschichten waren einfach überzeugender und trafen beim Zielpublikum den weinerlichen Nerv.

Ich selbst war leider nie einer Deiner Spender. Jedes Mal dachte ich mir: „Ach, ich helfe ein nächstes Mal. Dieses E-Mail haben sicher auch andere bekommen.“ Und siehe da, jetzt ist es zu spät. Ich hätte die Gelegenheit nutzen sollen, das Bruttosozialprodukt Nigerias zu unterstützen. Bei Dir wusste man wenigstens, dass das Geld direkt ankommt.  Ein weiterer Vorteil gegenüber denen, die in Fussgängerzonen die Kartonschachtel hinhalten.

Zum Glück bleibt uns Dein Erfolg überliefert und wir werden die richtigen Lehren daraus ziehen: Verwirkliche Deine Träume und sei nie zu stolz, um nach Hilfe zu fragen.

Um zu gewinnen, schreibst Du einen Kommentar unter dem Text. Darin sollte stehen, um wen es geht und was der Anlass zu diesem Post ist. Wir bestimmen per Los die Gewinnerin/den Gewinner aus allen richtigen Antworten. Du hast Zeit bis zum nächsten Post.