Windows 10 Upgrade – für mieseste Tricks nicht zu schade

Vor einem Jahr hat sich Microsoft entschieden, das neue Windows 10 mit einem Sonderangebot auf den Markt zu bringen: Bisherige Nutzer von Windows 7 und 8/8.1 bekamen, sofern die Hardware gut genug war, ein kostenloses Upgrade auf die neueste Version angeboten. Damit erhoffte sich das Unternehmen einen schwungwollen Start, um das längerfristige Ziel von einer Milliarde Installationen in zwei bis drei Jahren zu erreichen. Betrachtet man die Praktiken von Microsoft, dann nehmen die Damen und Herren aus Redmond ihre Ansage verdammt ernst.

Windows Upgrade Fenster mit trickreichen Beschriftungen.

Das X oben rechts bedeutet Zustimmung. Nur mit dem Klick auf das blaue „here“ kann man das Upgrade verhindern.

Schleimige Tricks, die wir schon von Gratis-Software kennen
Ob Microsoft sein gestecktes Ziel erreichen wird, ist noch offen. So verzeichnete das Unternehmen Anfang Mai 2016 immerhin schon 300 Millionen Installationen. Ende Juli 2016 endet das Gratis-Angebot. Mal sehen, was passiert, wenn der Software-Konzern aufhört, die bisherigen Windows-User mit schleimigen Tricks, die wir schon von Gratis-Software her kennen, in die Installation von Windows 10 zu locken.

Schlinge zieht sich nach und nach zu
Je näher die Deadline für das Gratis-Update rückt, desto mehr zieht sich die Schlinge für den User zu: Zuerst gab es einen Hinweis, der nicht entfernt werden konnte. Später wurde das Upgrade dem optionalen Update hinzugefügt. Anschliessend wurde aus dem optionalen ein wichtiges Update.

Aus der untersten Schublade
Vor zwei Wochen haben sich die Jungs und Mädels von Microsoft nun entschieden, einen weiteren erbärmlichen Trick aus dem Hut zu zaubern: Nach vielen Jahren sind wir es als Windows-Nutzer gewohnt, die lästigen Fenster rechts oben mit einem Klick auf das X schadlos zu entfernen. Vorsicht! Das gilt in diesem Fall nicht mehr. Drückt jemand beim falschen Fenster auf das X, wertet dies Windows als Zustimmung zum vorher terminierten automatischen Upgrade! (siehe Bild)

Hey! Microsoft! Seid ihr so verzweifelt? Das ist nur noch peinlich und hinterhältig. Ist das die Art, wie die Kunden euer neues Produkt kennenlernen sollen?

P.S. Ein Tipp für alle, die das Upgrade noch nicht haben oder überhaupt nicht haben wollen: 1. Mit dem Tool „Never 10“ ist das Problem erledigt. Dahinter verbirgt sich die offiziell von Microsoft empfohlene Prozedur, um das Upgrade von Business-Geräten verschwinden zu lassen. Man kann das Upgrade auch wieder aktivieren. Ausserdem löscht es die mehreren Gigabyte an Installation-Daten, die das System schon im Voraus heruntergeladen hat.