Der wohl coolste Schweizer Billetautomat

Es gibt sie noch, die alten Billettautomaten, die Erinnerungen an vergangene Tage wecken. Einer davon steht in Altmatt, im Kanton Schwyz. Er heisst Handomat und gehört zur Südostbahn (SOB). Funktionieren tut er folgendermassen: Man wirft einen Geldbetrag ein und nimmt eine Fahrkarte. Diese entwertet man an einem anderen Automaten gleich daneben.

Handomat

So sieht er aus, der Handomat in Altmatt. Quelle: flickr.com // Kecko // CC BY 2.0

Soweit so gut.

Nur: Der Handomat ist eigentlich eine Billetbox (siehe Bild). Er hat weder einen Touchscreen, noch kann man mit der Karte oder mit dem Handy zahlen. Er schluckt nur Münz. Und dabei ist er nicht mal zimperlich. Man könnte theoretisch einen falschen oder gar keinen Betrag einwerfen, sein Billet würde man trotzdem bekommen. Denn der Handomat druckt keine Fahrkarten, sondern das Personal der SOB füllt den Billetstapel unten rechts an der Box regelmässig auf. Das Ganze beruht also auf dem Ehrlichkeitsprinzip. Den Fahrtpreis kann man übrigens an der Infotafel neben dem Handomat ablesen (auch das sieht man noch knapp im Bild).

Allerdings ist so ein Billet auch nur bis zum  nächsten Knotenpunkt gültig, also bis Arth-Goldau oder Biberbrugg. Das sind vier Kilometer in die eine und achtzehn Kilometer in die andere Richtung. Insofern spart man nicht viel, wenn man den Handomat, beziehungsweise die SOB, betrügt.

Vom Aussterben bedroht

Laut Meinrad Schmid von der SOB ist der Handomat seit ca. acht Jahren in Betrieb. Aber früher oder später droht ihm das Ende, da Reisende ihre Billetts inzwischen online – also via Handy, PC oder App – beziehen können. Das gleiche gilt für seinen Schicksalsgenossen, den Handomat bei der Haltestelle Biberegg zwischen Rothenthurm und Sattel.

Aber wieso gibt diese Handomaten überhaupt? Es sei ein einfaches System, das bei den Kunden keine Fragen auslöse, erklärt Schmid. Zudem sei es sehr kostengünstig im Gegensatz zu „Billettautomaten mit vollständigem Billettsortiment“. Diese seien sehr teuer, sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt und stünden bei Kleinst-Haltestellen in keinem Kosten- /Nutzenverhältnis. Klingt einleuchtend.

Cool und schweizerisch zugleich

Leider habe ich ihn selbst noch nie gesehen, den Handomat. Aber ein Deutscher, der seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, hat mir von ihm erzählt. Er nennt ihn den „wohl coolsten Schweizer Fahrkartenautomaten“ und findet ihn wundervoll schweizerisch. Wenn das mal kein Kompliment ist.