David Cameron gibt Zunder auf Tinder

Die Wellen schlagen gerade hoch in Grossbritannien. Im Vorlauf zur Abstimmung über den Verbleib von Grossbritannien in der EU (genannt Brexit) gibt fast jeder Tag ein neues Bonmot preis. Sowohl Befürworter als aus Gegner der EU sind sich nicht zu schade, die Argumente (oder was davon noch übrig bleibt)  bis auf die Spitze zu treiben. Keiner der Exponenten ist sich zu schade, vollen Einsatz zu geben.

Roter Kopf auf einem gelben Zunderschwamm.

Tinder heisst auf Deutsch Zunderschwamm. David Cameron gibt Gas auf Tinder.

Geschichte(n) und Zahlen

Am Wochenende beglückte Londons ehemaliger Bürgermeister die Bevölkerung mit einem schönen Hitler- und Napoleon-Vergleich, hier zu repetieren ein völliges Totschlagen menschlicher Zeit bedeuten würde. (Und wir alle haben ja nicht unbegrenzt davon zur Verfügung.) Die britische Regierung hingegen, allen voran David Cameron, Premier von Grossbritannien,  hat weniger übrig für Geschichtsunterricht, dafür mehr für Zahlen. Deswegen präsentierte er als Argument für den Verbleib von Grossbritannien in der Eu der Bevölkerung die Rechnung für einen Brexit schon im Voraus: 5000 Pfund pro Nase. 

Ausgang ungewiss

Alles in allem eine in ihrer Form recht absurde, doch amüsante Schmierenkomödie also, deren Ausgang gemäss dem Brexit poll-tracker der Financial Times (Umfragebarometer) noch recht offen ist. Allein über die, eingeschränkte Sinnhaftigkeit dieses Brexit poll-trackers  könnte man einen ganzen Text schreiben. Keine Sorge, auch das lassen wir mal (heute) weg.

Voller Körpereinsatz

Nein die Initialzündung zu diesem Post gab ein anderes Detail, das erst kürzlich bekannt geworden ist: David Cameron, dessen politische Zukunft an dieser Abstimmung hängt, verliert langsam die Nerven. Anders kann ich mir nämlich nicht erklären, wieso ein britischer Premierminister für die Gewinnung von Stimmenden auf der Dating-Plattform Tinder ein Konto eröffnet. Was sagt wohl Frau Camerons zum vollen Körpereinsatz ihres Mannes?

Früher hätte es das nicht gegeben

Es ist schon unglaublich, wie sich die Zeiten ändern. Der Chef der konservativen Tories und Verteidiger des Empire eröffnet ein Konto auf einer Dating-Plattform mit zweifelhaftem Ruf um eine Abstimmung zu gewinnen. Schöner hätten es sich auch die Jungs von Monty Python nicht ausdenken können. Und für alle Älteren unter uns sei hier gesagt: Nein, das hätte es früher nicht gegeben! Die gute alte Maggie Thatcher hätte sich für öffentlich politische Prostitution nicht her gegeben.