App-Empfehlung: Es gibt ihn noch – den Teletext

Es gibt Momente, da ernte ich Stauen, wenn ich meinem Gegenüber erklären muss, dass es auch vor der 20-Min-App schon aktuelle und kurze Nachrichten gab. Die fand man dann jeweils auf dem Ding, was man Fernseher nannte. Einen Knopfdruck entfernt erschloss sich jeweils die Nachrichtenwelt auf ca. 200 Bildschirmseiten und bot eine breite Palette von redaktionell zusammengestellten und bearbeiteten Kurznachrichten. Für alle, die sich nicht mehr erinnern oder noch nie diesen Knopf auf der Fernbedienung gedrückt haben: Das nennt sich Teletext.

Pro Sieben Teletext-Seite 703

Nicht nur Uschi, Rosi oder Chantal locken auf den Kontaktseiten der hinteren Teletextseiten der privaten Anbieter.

Schnell und störungsfrei
Und das Ding gibt’s immer noch. Der Teletext ist übrigens meine Empfehlung für alle, die sich schnell, effizient und abseits von Störgeräuschen (Bilder, nervige Werbeeinblendungen und gesponserte Pseudo-„Nachrichten“) informieren wollen. Und kennt man dann auch noch die Seitennummern, auf denen die Rubriken anfangen (110 Schweiz, 130 Ausland oder 180 Sport), dann ist der Teletext bezüglich Effizienz fast nicht zu überbieten. Leider nutzen nicht alle Sender ihren Teletext gleich gut. Deutsche Privatsender, zum Beispiel, pflegen dort Ramschwarenladen mit der Tendenz zur Zuhälterei – die kann man sich getrost ersparen.

Fernseher, Web und App
Der Schweizer Teletext ist da anders. Ausserdem gibt es auch für diejenigen eine Lösung, die keinen Fernseher haben oder nicht bis abends mit dem Nachrichten-Kurzfutter warten wollen: Der Schweizer Teletext, von der Firma swiss txt bereitgestellt, wird auch im Internet und als App angeboten. Ich habe sie installiert und nun liegt sie auf den Home-Bildschirm meines Telefons bereit für die sprichwörtliche Zigarettenpause.