Amiga, die Küchenschabe unter den Computern

MHz, GHz, Single-Core oder Dual-Core… An diesen Kennzahlen erkannte man früher wie veraltet der Computer schon war, als er im Laden über die Theke ging. Aber auch heute trifft es noch immer zu, dass der Computer, den man sich gerade gekauft hat, schon ein Auslaufmodell ist. Die Entwicklung schreitet rasend voran.

Bild eines Commodore Amiga 500 mit Bildschirm, Diskettenlaufwerk und einer Maus.

Der Commodore Amiga 500 war damals ein Spitzenprodukt. Es gibt noch viele Fans des Amiga. WikkiCommons: Bill Bertram 2006, CC-BY-2.5

„Will haben“-Zyklus
Die Faustregel von Gordon Moore (Moore’s Law), wonach sich alle 24 Monate die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem integrierten Schaltkreis verdoppelt, hat sich bis jetzt gehalten. Da die Software-Entwickler mit der technischen Entwicklung rechnen, passen sie ihr Produkt der erwarteten Rechenleistung gerne auch grosszügig an. Das führt dann eben dazu, dass der neue Gaming-Computer nur noch für ein oder zwei Generationen von Top-Spielen taugt, bevor man ihn hochrüsten muss. Lebt man dann zusätzlich noch in der realitätsverzerrenden Apple-Blase, dann ist man auch bereit, jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen.

Zwei Monitore und drei Mäuse
Umso schöner ist es zu hören, dass es Leute und Computer gibt, die sich diesem elendem Kaufrausch-Zyklus vollständig entziehen. In Grand Rapids, Michigan USA, gibt es 19 Schulgebäude, deren Heizungs- und Klimatisierungssysteme von einem in den frühen 1980er Jahren gekauften Commodore Amiga gesteuert werden. Die Verantwortlichen möchten dann doch bei nächster Gelegenheit das problemlos laufende System erneuern. Ihr Problem ist nämlich: Nach zwei Monitoren und drei Mäusen sind die Ersatzteile immer schwieriger aufzutreiben.

Dieser Kauf war sein Geld wert
Dieser Computer scheint so resistent zu sein, wie die sprichwörtliche Küchenschabe. Das Programm wurde damals von einem Schüler geschrieben. Wenn es Probleme gibt, wird dieser zu Rate gezogen, weil er immer noch in der Gegend wohnt. Es heisst übrigens, der Ersatz für den Amiga wird 1,5 bis 2 Millionen US-Dollar kosten. So günstig wie mit diesem Computer wird das nie mehr werden…