Werbung: Klicken bis zum Erbrechen

Symbolbild zum Erbrechen

Auf Werbung klicken bis zum Erbrechen. Das kleine Bisschen Subversion, dass uns allen gegönnt sein sollte.

Als journalistisch veranlagter Informationsmensch frage ich mich immer wieder, wann die Zeit kommt, in der die Leute wieder bereit sind, etwas für gute Information zu zahlen. Da momentan fast alle Medienunternehmen auf Werbefinanzierung setzen, könnte es noch eine Weile dauern. Es gibt zwar schon einige Anbieter, die von diesem Paradigma wegzukommen versuchen, wie zuletzt gesehen bei Golem.de. Aber Beispiele mit durchschlagendem Erfolg lassen noch auf sich warten. Immerhin, so der Branchenverband digitaler Medien in Deutschland (BITKOM), zahlt schon jede(r) Dritte für journalistische Inhalte im Internet.

Zerbrechen eines Geschäftsmodells
Ob auf Werbung künftig verzichtet werden kann, steht noch in den Sternen. Ich jedenfalls hoffe das – selbst wenn damit ein deutlicher Stellenabbau in der Informationsverbreitungsbranche einhergehen wird. Warum? Weil Werbung immer korrumpiert. Recht sicher bin ich hingegen, dass sich die Branche rasch von der Werbefinanzierung verabschieden wird, wenn das Werbe-Manna nicht mehr fliessen sollte und die Informationskonsumenten (heutzutage sind wir ja alle nur noch Konsumenten) plötzlich auf dem Trockenen sitzen. Doch dazu müsste man aber zuerst einmal das Geschäftsmodell der Werbebranche brechen.

Für solche Ideen bin ich natürlich immer zu haben. Deswegen hier mein bescheidener Beitrag: Es gibt seit kurzem ein Plugin für den Firefox-Browser mit dem Namen ADNAUSEAM (erst im Beta-Stadium). Benannt nach dem lateinischen Ausdruck „Ad nauseam“, was so viel heisst, wie „bis zum Erbrechen“, hat das Plugin die Aufgabe, mithilfe eines Werbeblockers im Hintergrund alle Werbung auf einer Website anzuklicken. Das verursacht zusätzlichen Verkehr und ist für mobile Datenverbindungen beschränkt geeignet, aber im Festnetz ist das wohl kein Problem.

Datenprofil verunstalten
Die Idee dahinter: Wenn wir uns schon der allgegenwärtigen und alles durchdringenden Werbung und ihren Spionen nicht entziehen können, dann können wir wenigstens den umgekehrten Weg gehen: Wir überfluten die Werbe-Server mit Informationen und verwässern unsere Profile bis zur Unkenntlichkeit.