Ewige 60 Minuten

Facebook-Aktienkurs20150127.

Die Spekulanten und der Systemausfall. (Quelle: Süddeutsche.de)

Unser aller, bester Freund Zucki dürfte gerade ziemlich angepisst sein. Ganze und ewige 60 Minuten war seine digitale Quasselstube heute zu. Nicht, dass ich davon etwas gemerkt hätte, ich war heute wie öfter leider am Sozialisieren verhindert. Aber einer Pendlerzeitungen scheint es aufgefallen zu sein, und es war ihr immerhin eine Dreiviertelseite wert: „#facebookdown – Böse Echsen oder Unfähigkeit?“, prangt da auf der Titelseite in gefühlt zwei Meter hohen Lettern. Da sieht man wieder mal, womit man sich in den Redaktionen die Zeit so vertreibt.

(Überhaupt, seitdem dieser affige Gartenhag zum Schweizer Wort des Jahres erkoren wurde, meint jeder Popel, er müsse durch dessen leichtsinnigen Gebrauch nun auch dringendst zeigen, dass er in der Echtzeit angekommen ist. Was die CHwort-Jury wohl geraucht haben mag, als sie sich zu diesem Spässchen verleiten liess? Auf dem Gruppenbild jedenfalls sehen die Jungs und Mädels ziemlich bedient aus. Ich werde bei SRF vorsorglich einen obligatorischen Drogentest anregen, aber das nur nebenbei.)

Zurück zu Zucki: Der hat nun ja Probleme, die wollen wir uns gar nicht vorstellen. Damit meine ich eigentlich nicht die seelischen Schmerzen der angeblich 1,3 Milliarden Fans, die eine Stunde lang entsetzt auf ihre Bildschirmchen starrten und sich fragten, ob das nun wirklich schon der Weltuntergang sei. Mit den Befindlichkeiten der Kundschaft pflegt der gute Mann ja seit je her einen recht ungezwungenen Umgang.

Viel näher dürften ihm die pekuniären Folgen dieses Vorfalls gehen. Man muss sich das mal vorstellen: Bei geschätzten 13 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr haut eine verpatzte Stunde immerhin mit 1,45 Millionen in die Miesen. Da wird wohl der eine oder andere güldene Wasserhahn in seiner Villa durch ein silbernes Fabrikat ausgetauscht werden müssen. Richtig blümerant wird einem indess, wenn man an die Wertpapiere dieses sypathischen Jungunternehmens denkt. Drei Prozent Kursverlust des Tages stehen locker für 5 bis 6 Milliarden virtuelle Dollar, die sich in Luft aufgelöst haben. Das fehlt dann gewissen Leuten schon mal beim Spielgeld, und die verstehen da gar keinen Spass.