Der Preis von WhatsApp – da wurde kräftig aufgerundet

Einige us-Dollar auf einem Kalender.

Die „Gesetzeslücken“ schliessen sich. Es wird Zeit seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Im Zusammenhang mir Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2014 schlüsselte Facebook auf, wie der Kaufpreis für das kürzlich erworbene Unternehmen Whatsapp zu Stande gekommen war. Mich hat die Antwort interessiert, seit ich von der Übernahme gehört hatte. Immerhin geht es hier um 18 Milliarden US-Dollar für ein Unternehmen das in den letzten 12 Monaten 140 Millionen US-Dollar Verlust gemacht haben soll… (Bei angeblich über 500 000 000 Usern.)

„Goodwill“ macht WhatsApp so teuer
Was auffällt, ist der letzte Posten der Aufstellung  (Punkt 3c). 15,3 Milliarden Dollar wurden unter „Goodwill“ abgerechnet.  „Goodwill“? Was nach Gutmenschentum klingt ist in Wahrheit ein Begriff aus dem Rechnungswesen und steht, laut Wikipedia, für  Geschäfts- oder Firmenwert:  „Der Firmenwert ist eine abstrakte, gedankliche Konstruktion, mit der die Lücke zwischen ertragsabhängiger und substanzabhängiger Bewertung überbrückt werden soll.“ (Was für ein verräterisch toller Satz aus der Welt der Buchhaltung.)

Lücke zwischen Wert und Möchtegern-Wert
Demzufolge geht es darum, eine Lücke zu schliessen. Konkret ist das die Lücke zwischen wirklichem Wert und dem Möchtegern-Wert. Wie ist jetzt dieser Preis konkret zu interpretieren? Einerseits, sollte die Einschätzung von Facebook über den Möchtegern-Wert von WhatsApp zutreffen, könnte man WhatsApp ein Schnäppchen nennen.  Andererseits kann man daraus schlussfolgern, wie viel Schiss Facebook vor Whatsapp hatte und es dem Internet-Riesen Wert war, den Konkurrenten zu schlucken… (Weil den Facebook-Messenger niemand will.)

Die dritte Seite der Münze
Eines meiner Lieblingszitate lautet (so ungefähr): „Erst wenn man erkannt hat, dass die Münze drei Seiten hat, dann hat man verstanden, worum es geht.“ Ganz in diesem Sinne stelle ich mir die Frage: Hat vielleicht Facebook auch nur kräftig aufgerundet, damit die Finanzen wieder stimmen? Alle grosse US-Unternehmen haben zur Steueroptimierung Geld ausserhalb der USA gebunkert und die Iren sind gerade dabei die Schlupflöcher zu schliessen.

So bleibt mir Facebook nur noch zu gratulieren: Drei Fliegen mit einer Klappe!