Not Evil

Google ist watching you - auf slowenisch

Litfassäule in Ljubljana. Für alle, die des Slovenischen nicht mächtig sind, auf gut Neudeutsch: Google ist watching you! (Wiki Commons)

Jetzt mal ganz unromantisch: Soll man einem Unternehmen vertrauen, das sich dazu bekennt „die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nützlich zu machen“? Ich weiss nicht so recht. Die Welt, das wäre ja dann auch ich. Will ich wirklich, dass meine Informationen jederzeit zugänglich sind – für alle? Will ich, dass die auch noch nützlich sind? Eigentlich: nöö.

Ausserdem scheint mir „organisieren“ doch etwas gar zu verwedelnd formuliert. Wir dürfen davon ausgehen, dass hier „kontrollieren“ gemeint ist – selbstverständlich im wohlwollenden, fürsorglichsten Sinne. Man ist ja schliesslich „not Evil“.

Sie ahnen, es geht um Google und ich gestehe, ich mag die Firma nicht. So ein Claim zeugt ja eigentlich von einer ziemlich totalitären oder zumindest masslos gierigen Grundeinstellung. Überhaupt sollten wir Organisationen misstrauen, die damit drohen, die Informationen der Welt zu organisieren. Nehmen wir die Regierungen: Egal wo auf der Welt, überall organisieren sie ständig an den Informationen der Welt herum. Das tun sie, um sich Macht und Pfründe zu sichern,  und dem Volk erzählen sie, es diene dem Staate.

Im Grunde tut Google auch nichts anderes. Man organisiert die Informationen der Welt so, dass es einem die Taschen füllt, und dem Nutzer erzählt man, dass ihm das nützt. Warum also sollte ich den Daten-Oligarchen aus Mountain View mehr trauen als einer verlogenen Regierung? Eigentlich sind mir Regierungen fast lieber. Die kann man – zumindest theoretisch – alle paar Jahre wieder loswerden.

One thought on “Not Evil

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