10 Dinge, die ich nicht über Google Doodles wissen wollte

 

Das Google Logo gestaltet in der Art von Keith Haring.

Weiss und männlich: Google widmete diesen Doodle dem verstorbenen Künstler Keith Haring.

Es ist gerade ein paar Tage her. Während meines regelmässigen Streifzuges durch meinen Twitter-Feed stiess ich auf den Titel eines Artikels im Tagesanzeiger: „Was die Doodles über Google verraten„. In einem kurzen Moment der Schwäche und dem Wunsch der dringlichen Erwerbsarbeit zu entfliehen, folgte ich meiner Neugierde. Man soll ja nicht nein sagen, wenn das Universum freiwillig seine Geheimnisse auf dem Präsentierteller preisgibt.

Nebensächlichkeiten über Unwichtiges
Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass es dann doch bis zum letzten Absatz gedauert hat, bis ich erkannt habe, dass da weder etwas Wichtiges, noch etwas Zuverlässiges drin stand. Der Autor hat gemäss dem Artikel 1895 Google Doodles analysiert. Wissen sie was Google Doodles sind? Das sind die farbigen Google-Logo-Darstellungen. Und wenn sie den Begriff Google Doodle noch nie gehört haben, dann hat das einen ausgezeichneten Grund: Das ist wohl mit Abstand die unwichtigste Sache im Internet, die es gibt (inklusive Katzenbilder).

Eine Fallhöhe wie der Marianengraben
„Was die Doodles über Google verraten.“ Die Fallhöhe zwischen dem Titel und den Erkenntnissen dieser Analyse könnte nicht höher sein. Hier werden keine Geheimnisse über das Unternehmen mit den farbigen Buchstaben verraten. Nö, hier werden Sie als Leserin und Leser verraten. (Leicht unfair, ich weiss, aber ich fragte mich einen Moment lang, ob dass die Strategie sein soll, um Menschen zu überzeugen, für die Online-Ausgabe des Tagi zu zahlen.) Zur Seriosität der Analyse möchte ich mich nicht äussern, aber irgendwie fühlte ich mich an Buzzfeed.com erinnert. Und das ist beileibe kein Kompliment. Die Galerie-Klickstrecke fehlt ja auch nicht…

Google Doodle als Politikum
Vielleicht sollte ich weniger darüber nachdenken. Die Google Doodles interessieren ja eh keinen. Und ich vermute die Rubrik „Belangloses für die Klickstatistik“ musste einfach wieder mal bedient werden. Aber vielleicht sehe ich das ja auch falsch. Es soll Menschen geben, die diese Comic-Animationen ernst nehmen. Die Aktivisten-Gruppe SPARK aus den USA hat die Google Doodles ebenfalls analysiert und (oh Wunder!) eine Dominanz von weissen Männern in den Doodles festgestellt. Shame on you, Google! SPARK meinte, man müsse mit den Jungs von Google ein ernsthaftes Wort reden. Und gemäss SPARK-Website stehe man auch diesbezüglich mit Google in Kontakt… Anders betrachtet ist dieses Google Doogle Gate irgendwie beruhigend. Finden Sie nicht auch? Ist es nicht schön, in einer Welt zu leben, in der es nichts Wichtigeres zu schreiben oder anzuprangern gibt.
Und das Schönste daran ist, dass die beiden Analysen auch noch etwas gemeinsam haben: Sie sind beide Banane.